Der Rennsport ist seine große Leidenschaft

Bill Watson und sein 245PS MotorBill Watson betreibt an der Rennstrecke von Sonoma – sie liegt ca. 50 km nördlich von San Francisco – eine Tuningwerkstatt für historische BMW-Fahrzeuge der 70er und 80er Jahre. Er besitzt drei GLAS 1700 GT, die alle restauriert werden müssen. Er will diese Wagen auf BMW-Technik umrüsten. Aus einem möchte er einen Rennwagen aufbauen, ein zweiter ist für sich bestimmt. Er liebt das Design von GLAS, aber die Technik von BMW.

Wir sagten ihm, dass es sehr aufwendig werden würde, in einen GLAS die komplette BMW-Technik einzubauen. Er nickte nur und meinte, dass er dieses Problem schon lösen würde. Am Ende unseres Besuches waren wir davon überzeugt, dass Bill in der Lage sein wird, diesen Umbau vorzunehmen.

Rennsportwagen ohne EndeZuerst zeigte er uns einige Werkstätten von befreundeten Firmen, die in unmittelbarer Nähe historische Fahrzeuge restaurierten. Dort hatte er gerade einen 4-Zylinder BMW Motor M10 mit 2,3 Liter Hubraum auf dem Prüfstand. Er leistet nach Messung 245 PS. Solch einen Motor möchte er auch in den GLAS einbauen. In der nächsten Halle, wartete und reparierte Tom mit einem Partner klassische alte Formel 1 Fahrzeuge. Berühmte Rennfahrer wie Mario Andretti oder Ayrton Senna hatten früher in den Cockpits gesessen. Ich fragte die beiden, woher sie denn die Ersatzteile bekämen. Beide lachten: „Die machen wir selbst!“

Dann kamen wir zu Jon Ennek. In seiner Halle waren großartige Schätze zu sehen, die von ihm und seiner Mannschaft restauriert werden. Hier standen viele Bugatti T 35 und ein ganz rarer Bugatti Atlante. Außerdem gab es ein seltenes Lancia Aurelia B24 Cabrio zu sehen. Auch Formel 1 Wagen standen dort. Zwei Chevron waren gerade für ein Rennen fertig gemacht worden und sollten den nächsten Tag auf die Reise gehen. Es ist schwer, alles aufzuzählen. Es waren unsagbare Eindrücke, die hier zusammenkamen.

Bugatti T. 57C Atalante

 

Die Werkstatt von Bill WatsonDie GLAS warten auf ihre Restaurierung

Erst jetzt ging Bill mit uns in seine eigene Halle. Hier gab es einen BMW 2002, ein wunderschönes BMW E 9 Renncoupé und auch ein 3er BMW Rennsport, alle in der BMW Rennfarbe Weiß zu sehen. Bill zeigte uns Motoren von Formel 2 und M3, die er gerade neu aufbaute. Dabei holte er uns Pleuel aus Titan herbei, von denen eines 1.500 $ kostete. Viele Teile wurden individuell angefertigt. Er hatte auch das Geschick, die Teile aus verschiedenen Modellen zu kombinieren und dadurch individuell Motoren zu verbessern. Es wurde ein langer Abend, an den wir noch lange zurückdenken werden.

Die Golden Gate Bridge war meist im  NebelAm nächsten Tag erreichten wir San Francisco. Als wir über die Golden Gate Bridge in die Stadt fuhren, lag die berühmte Brücke total im Nebel. Wir wunderten uns später nicht, dass es selbst auf Postkarten die Brücke vernebelt abgebildet war. Später hatten wir Gelegenheit, die Brücke in ihrer ganzen Pracht zu bestaunen.

Man kann tagelang in San Francisco verbringen, doch wir hatten nicht viel Zeit und beschränkten uns auf das Wesentlichste. Dazu zählten eine Stadtrundfahrt in einem offenen Doppeldeckerbus, der Besuch von Pier 39 mit seinen heute sehr bekannten Seehunden, die Fisherman’s Wharf und die Lombardstreet mit ihren vielen Kurven und Blumen. Es war schön anzusehen, wie sich die Autos die steile Straße herunter schlängelten. Sehr beeindruckend war auch die Besichtigung des berühmten Gefängnisses von Alcatraz, welches heute ein nationales Museum ist. Das Cable Car sparten wir uns, nachdem wir die Schlange mit einer Stunde Wartezeit gesehen hatten.

 

 

 

Die PCC Wagen der F- Line sind die Alternative zum Cable carLombardstreet

AlcatrazDie Seelöwen auf Pier39

 

 

That’s my Baby

Andrea und ihr GLASDie Schätze liegen im Wohnzimmer

Am nächsten morgen ging es weiter zu Andrea Moore, die ein GLAS 1700 GT besitzt. Wie kommt eine junge Frau zu solch einem Auto? Das war unsere erste Frage, als wir Andrea bei ihrer Mutter Judy mit Lebensgefährte Doug in der Nähe von San Francisco besuchten.

Hier steht noch etwas Arbeit bevorDie ganze Familie unterstützt das GLAS-Projekt

Wir wurden von der Familie ganz herzlich aufgenommen und Andrea erzählte, dass sie vor zwei Jahren mit Doug einen Freund besuchte, der den GLAS besaß. Andrea verliebte sich sofort in das Auto und der Freund schenkte ihr den Wagen. Sie trat in den GLAS Club ein und möchte das Auto gern fahren. Aber der GT muss jedoch erst noch restauriert werden. Die Karosserie ist in einem sehr ordentlichen Zustand und es sind nur ein paar kleine Schweißarbeiten notwendig. Wir suchen jetzt für Andrea technische Hilfe aus der Umgebung, denn mit solch einem Projekt hat die Familie keine Erfahrung. Mutter Judy zeigte uns in der Garage noch ein ganz tolles fahrbereites Ford V8 Coupé Baujahr 1934. Das hat Judy von ihrer Mutter geerbt und damit fährt sie zu Oldtimertreffen.

Yosemite National Park Wir verließen San Francisco und fuhren jetzt in das Landesinnere in den Yosemite Nationalpark. Am Eingang sahen wir riesige Gebiete mit verkohlten und beschädigten Bäumen. Hier hatte ein Waldbrand wenige Wochen zuvor verheerende Schäden angerichtet. Bald kamen wir in das beeindruckende Tal, welches von hohen massiven Felswänden umschlossen ist. Dieses herrliche waldreiche Gebiet wird von vielen Touristen besucht. Wir hatten Glück und konnten mitten im Park ein Zimmer bekommen.

Am nächsten Tag fuhren wir hoch zum Glaciers Point. Von dort hatten wir eine überwältigende Aussicht über das ganze Tal. Zum Abschluss ging es weiter nach Mariposa Grove, wo wieder sehr alte und dicke Sequoia Bäume, eine Abart der Redwoods, uns erwarteten. Noch einmal konnten wir die riesigen Bäume bewundern, die bereits viele hundert Jahre hinter sich haben.

Am Glaciers Point

Doch dann ging es weiter zu Kathleen und Tom Kerber nach Merced.

Im 1700 GT zum Honeymoon

Tom & Kathy KerberTom Kerber überraschte uns mit der Nachricht, dass er den GLAS bereits Ende 1967 gekauft hatte. Er ist somit einer von zwei bisher bekannten Erstbesitzern in den USA. Ein Freund von ihm arbeitete bei Harons Motor Sales. Als die Importfirma den neuen GLAS 1700 GT in den Verkaufsraum bekam, machte er Tom auf den Wagen aufmerksam. Das tolle Design und die Ausstattung gefielen Tom, so dass er den Wagen sofort kaufte.

Im Mai 1968 heiratete er seine Frau Kathleen und der GLAS wurde als Hochzeitswagen benutzt. In der Nacht hatte sein Schwager den ganzen Wagen nach altem Brauch mit Toilettenpapier eingewickelt. Aber das gefiel Tom überhaupt nicht. Er war so wütend, dass er das ganze Papier herunterriss und dabei die Antenne beschädigte. Ansonsten hatte das Paar aber viel Freude mit ihrem GLAS und wo immer sie hinkamen, staunten die Leute über das unbekannte Auto mit der rassigen Form.

 

Der GT 1968Hochzeit im GLAS GT

 Der GLAS GT 2013Bis 1978 nutzte Tom den Wagen im Alltagsbetrieb und er brachte ihn immer in der Nähe von San Francisco zu einer Werkstatt, die deutsche Fahrzeuge wartete. Als ihm aber bei einer Fahrt der Zahnriemen übersprang wurde eine Zwangspause eingelegt. Seit nunmehr 35 Jahren steht der GLAS zugedeckt in der Garage und hat bereits einige Umzüge der Familie mitgemacht. Tom ging in den amerikanischen GLAS Club, weil er hoffte, hier Ersatzteile zu bekommen. Seit 2005 ist er Mitglied in unserem Club und er möchte jetzt wieder den Motor reparieren und den Wagen fahrfertig machen.

Nach einem netten gemeinsamen Abend fuhren wir den nächsten Tag an riesigen Gemüse- und Obstfeldern vorbei an die Küste auf den berühmten Highway No. 1 Richtung Los Angeles. Der Highway schlängelt sich meilenweit zwischen Bergen und Pazifik entlang. Die Landschaft ist mit ihrer sehr unterschiedlichen Vegetation sehr beeindruckend. Kurz vor Los Angeles ging es wieder ins Landesinnere, erst durch ein tolles Wüstengebiet, wo uns kaum Fahrzeuge begegneten, dann hinauf in die Berge. Nach einigen Stunden Fahrt trafen wir in Cuddy Valley Steve Smashey.

Wir hatten bei unseren bisherigen Besuchen bei den GLAS- Besitzern schon sehr viel erlebt und langsam näherten wir uns Los Angeles, der größten Stadt Kaliforniens mit einer Fläche von 1290 qkm, 71 km lang und 47 km breit. Wir waren gespannt, was uns dort erwartete. Doch zuvor ging es noch weg von der Küste in die Berge zu Steve Smashey.