
Produktionsgeschichte der Firma GLAS
Andreas Glas (Vater von Hans Glas) eröffnet eine Reparaturwerkstatt für Maschinen aller Art
Hans Glas wird am 12. Juni als elftes von insgesamt 18 Kindern in Pilsting geboren
"GLAS & LOHR" zieht nach Dingolfing, um an der landwirtschaftlichen Ausstellung mit "Kirchweih" teilnehmen zu können. Der neue Standort bot zudem einen Eisenbahnanschluss und städtische Stromversorgung
Hans Glas geht mit 20 Jahren nach Kanada zur Massey-Harris-Company in Toronto, danach in die USA zu McCormick, Ford, Robert Bosch und schließlich als Produktionsmanager zur Indian Motorcycle Company
Weltwirtschaftskriese: Die Firma wird in eine AG umgewandelt und der saarländische Stumm-Konzern übernimmt die Aktienmehrheit
Nachdem sich Hans Glas' Vater aus dem Geschäft zurückgezogen hat, erwirbt Hans Glas nach und nach alle Aktienanteile zurück. Dieser Prozess dauert bis 1933.
Das familiengeführte Unternehmen ist der größte Sämaschinengersteller Europas mit einer Gesamtproduktionszahl von über 100.000 Stück
2. Weltkrieg, Kriegswichtiger Betrieb: GLAS produziert Rüstungsgüter u. a. Leitwerke für Messerschmitt in Regensburg und Drehen von Granatenhülsen für die "Waldwerke Passau"
Wegfall des gesamten Ostmarktes für "landwirtschaftliche Produkte". Änderung der Gesellschaftsform des Unternehmens von der AG in eine Familien GmbH.
Man sucht nach einem "zweiten Standbein" (andere Produkte) und probiert z. B. Alufenster, blecherne Biertragerl, Bäckereimaschinen - alles ohne Erfolg...
Juniorchef Anderl Glas und Chefkonstrukteur Karl Dompert haben die Idee einen Motorroller zu bauen (Marshall-Plan)
Serienfertigung des GOGGO-Motorrollers mit 125/150/200 ccm Ilo-Motoren

Serienfertigung des "Vierradrollers" Goggomobil (250/300/400 ccm Zweitakt) für 2 Erwachsene und 2 Kinder zum Preis eines Motorrades mit Seitenwagen (3000.- DM)
Serienstart des "großen Goggomobils" Isar (600/700 ccm Viertaktmotor)
Serienstart für den 4 Zylinder Viertakt Motor mit 1000 ccm - GLAS 04 Serie (1000/1200/1300 ccm - als Cabrio, Coupé, Limousine, CL)
Beginn der Zusammenarbeit mit dem italienischen Designer Pietro Frua aus Turin
Serienproduktion des GLAS 1700 und des GLAS GT Coupé (Motoren auf 1700 ccm gebracht bis 100 PS)
Serienstart des GLAS 2600 V8 Coupé "Glaserati" - finanzielle Schwierigkeiten werden sichtbar...
Verhandlungen wegen einer Übernahme der Hans Glas GmbH werden mit VW, Ford und AMC geführt. Anlässlich eines Besuches bietet sich Rennfahrer Schorsch Maier als Vermittler an und kontaktiert im Beisein der Familie Glas den BMW Vertriebs-Vorstand Paul G. Hahnemann
Nachdem Hahnemann im Vorstand (noch) keine Unterstützung für eine komplette Übernahme bekommt, handeln er und Anderl Glas wenigstens eine "Vertriebsgemeinschaft" aus; gemeinsamer Verkauf und Kundendienst beider Fabrikate.
Am 27.09.1966 unterzeichnen Hans Glas, Andreas Glas und Karl Dompert in München vor BMW Generaldirektor Gerhard Wilke mit Zustimmung des Hauptaktionärs Herbert Quandt den Kaufvertrag über die gesamte Fabrik, inklusive der eigenen Vertriebsgesellschaft zum Gesamtpreis von etwas über 10 Mio DM.
Übernahme der Fa. Hans Glas GmbH durch die BMW AG - am 02.01.1967 BMW Werk 2 in Dingolfing, Weiterführung der Produktion zugesichert
Die Hans GLAS GmbH ist nun 100% Tochtergesellschaft der BMW AG. Anderl Glas und Karl Dompert bleiben Geschäftsführer, für den ausscheidenden Hans Glas schickt BMW Helmut Werner Bönsch als dritten Geschäftsführer nach Dingolfing. Dieser beginnt sofort mit "Qualitätsverbesserungen" aller Glas Modelle.
Serienstart des neuen BMW 1600 GT Coupé mit BMW M10 Motor und Schräglenkerhinterachse, BMW 3000 V8 Coupé mit aufgebohrtem GLAS Motor

Produktionsende aller GLAS Fahrzeuge - Integration aus Sicht von BMW abgeschlossen - keine PKW Fertigung mehr in Dingolfing
Das letze gefertigte Fahrzeug ist eine Goggo Limousine, die am 25.06.1969 feierlich das Fließband verlässt.
Baubeginn einer neuen Automobilfabrik "auf der grünen Wiese" (im Moos) in Dingolfing
Serienstart des BMW "5er" E12 in einer "neuen Automobilfabrik" am Standort Dingolfing