Die Streckenrundfahrten:
Samstag Vormittag folgten die Paraden auf der Rennstrecke. Helmut Hajek und Helmut Riemer im 1700 GT und Bernd Ollendorf und Jost Stütz im 1204 Cabrio hatten das Glück gleich 3 Runden auf der 13 Km langen Strecke zu fahren und dabei die Höchstgeschwindigkeit in der langen Gerade der Hunaudières zu testen. Ihr Gesichtsausdruck danach liess keine Zweifel über Ihr tolles Vergnügen. Für einige andere gab es allerdings Blechschäden.
BMW, Co-Sponsor der Veranstaltung, hatte auch eine Parade geplant. Der BMW Prototyp, Sieger des 24 Stunden Rennens 1999 und ein Renn-M1 sollten auf der Strecke voraus fahren, gefolgt von der ganzen aktuellen M Palette und den Club Autos, darunter die auserwählten BMW 1600 GT von Yves Bracard, die 1700 TS Limousine von Jost und das GT Cabrio von Jürgen Wendt, alles von einem Travelling Wagen gefilmt. Eine Regenschauer hat leider das interessante Programm durcheinander gebracht und aus der Parade wurde eine schnelle Rundfahrt mit Regen. Ein M3 Tourenwagen hat alle auf der Geraden der Hunaudières überholt. Ich war bei Jost Beifahrer, der hat mit seiner Limousine ganz schön Gas gegeben hat und sich dabei sichtbar gut amüsierte. Die Fahrt zwischen den gut besetzten Haupttribünen war schon ein Erlebnis.
Die Rennen:
Um 15 Uhr startete das erste Rennen mit den «Little Big Mans». Dort kämpften von Kindern gesteuerte motorisierte Kleinwagen, die historischen Rennwagen nachempfunden waren, heftig um den Sieg.
Danach kam die Gruppe 4, bestehend aus Rennwagen der Jahre 1961 bis 1966, also Ford GT 40, AC Cobra, Porsche 904 und 911, Jaguar E, Alfa Romeo TZ, Ferrari 275 GTB,... Das laute und agressive Brummen der V8 der Cobras rivalisierte mit dem etwas sanfteren Geräusch des Ford V8 und des 4 Zylinder Porsche 904. Die Musik auf der Haupttribüne war wieder mal fantastisch. Die Piloten haben den Autos schon sehr viel abverlangt!
Das Spektakel ging dann weiter bis zur Gruppe 6 (1972 bis 1981) mit BMW CSL, M1, Porsche 935, Gulf Mirage, Lola T298, Ford Capri,... In jeder Gruppe fuhren legendäre Autos: Porsche 908 und 917, Ferrari 250 GT SWB und 512, Aston Martin DBR, Alpine,...
Eigenartig war in Gruppe 5 der Howmet TX von 1968. Dieser Rennwagen ist von einer Turbine angetrieben, die von einem Helikopter stammt. Sein Geräuch ist auf einer Autorennstrecke schon eigenartig. Dazu war das Auto auch noch sehr schnell.
Leider haben Regenschauer manche Rennen gezwungen, hinter dem Safety Car zu starten. Etwas mehr Ruhe kam dann vor Nachteinbruch, mit der Gruppe 1 (1923 bis 1939), die nicht so laut war. Sie bestand aus Talbot, Bugatti, Bentley, BMW 328, MG, Lagonda,... Diese Autos sind nicht so schnell, aber ihre delikate Strassenlage brachte schon so manchen Dreher, was zeigte, das ihre Piloten nicht spazieren fahren. Die Gruppe hat allerdings einen "Pseudo" Le Mans Start gemacht.
Die Rennen gingen die ganze Nacht weiter. Einige von uns sind nach dem Abendessen beim Hotel zur Strecke zurück gekehrt, wo noch sehr viel los war und die Rennen einen anderen Reiz hatten.
Nach einer sehr kurzen Nacht ist unsere Gruppe am Sonntag natürlich wieder auf der Strecke gewesen. Als das letzte Rennen vorbei war, war es schon erstaunlich, wie schnell sich das ganze Gelände geleert hatte.
Resüme:
Bei Le Mans Classic kriegt man Augen und Ohren voll, die Nase wohl auch im warsten Sinne. Alle Sinne sind angespannt, man weiss gar nicht mehr, wo man hinschauen soll. Das Renngelände sieht einem riesen Ameisenhaufen ähnlich, wo Zuschauer, Oldtimer, Rennwagen, Roller, allerlei Geräte die Piloten und Material tranportieren, Fahrräder, Oldtimer Busse, in einem dichten Durcheinander kreuz und quer gehen oder fahren. Aber alles war perfekt organisiert und lief wie geschmiert.
Auch eine grosse Oldtimer Auction fand auf dem Gelände am Samstag statt. Echte Schätze wurden dort versteigert, doch damit hatten wir aber wenig zu tun.
Am frühen Montag Morgen hat sich unsere Gruppe wieder für die Rückreise getrennt. Die Hamburger haben die 1200 Km am Stück gemeistert. Die Südländer haben wieder Rast im Elsass gemacht. Für manche war die Fahrt schon abenteuerlich und lang.
Das alles war Le Mans!
Eric MATTERN
Fotos finden Sie auch unter http://cms.glasclub.de/index.php/de/bilder/category/23-le-mans-2012
