Klein, frech und absolut unvergesslich: Die Goggomobil Limousine brachte in den 1950er-Jahren ganz Deutschland auf vier Räder. Mit ihrem unverwechselbaren Zweitakt-Moped-Sound und dem cleveren Raumkonzept verzaubert der kleine Dingolfinger Meilenstein Oldtimer-Fans bis heute.
Vorgestellt wurde die Limousine 1954 auf der IFMA, der Internationalen Fahrrad- und Motorrad-Ausstellung. Der Trend dieser Messe ging immer mehr in Richtung von Rollermobilen und Kleinstfahrzeugen.
Ende 1957 gab es schon die ersten größeren Modifikationen. Die Limousine bekam einen zweiten Scheibenwischer, Kurbel- statt Schiebefenster und außenliegende Heckleuchten. Seit dieser Zeit ist neben dem 250er und dem 300er Motor auch der 400er Motor lieferbar.
1964 wird der Türanschlag von hinten nach vorne verlegt. Dies war die letzte große Modifikation bis zur Produktionseinstellung am 30.Juni 1969. Die Fahrzeuge wurden hauptsächlich von Inhabern des alten Führerscheins der Klasse IV gekauft, da diese mit dem Motorradführerschein auch zweispurige Fahrzeuge mit bis zu 250ccm fahren durften. Gebaut wurde die Limousine von 1955 bis 1969 insgesamt 214.313 mal. Die Preise lagen zwischen 3.097,- DM und 4.030,- DM.
Entwicklung und Fertigung der ersten 1.300 Mobile
Nachdem man bei GLAS neben den Landmaschinen mit dem Goggoroller erfolgreich in das neue Geschäft eingestiegen war, erkannte man recht bald, dass die Zukunft nicht im Zweiradbereich lag, sondern dass die Menschen nach einem eigenen Auto strebten.
Man fasste 1952 den Entschluss, einen Kleinwagen zu bauen. Hans Glas gab die Vorgabe, dass dieses Auto nicht mehr als DM 3.000,– seinen zukünftigen Kunden kosten dürfe. Das waren die Anschaffungskosten für ein Motorrad mit Beiwagen und der dazugehörigen Lederbekleidung. Weiterhin sollte das Fahrzeug für eine Familie mit zwei Kindern ausreichen und ca. 12 bis 15 PS Leistung haben.
Die anspruchsvollen Vorgaben des Seniorchefs führten dazu, dass die engsten Mitarbeiter bald erkannten, dass man für diesen Preis nicht die wichtigen Teile wie Motor, Getriebe und auch viele Werkzeuge dazu kaufen konnte. Man entschloss sich also, alles selbst zu entwickeln und zu bauen.
Doch vorab bekam Karl Dompert von Hans Glas den Auftrag, einen Sportwagen für den gleichnamigen Enkel zu entwickeln. Karl Dompert ließ dabei gleich zwei Bodengruppen fertigen und so entstand bereits die erste Bodengruppe für das Goggomobil (siehe dazu "Sonstige Fahrzeuge – Prototypen").
Als Anfang der 50er Jahre der Trend zum Dach über dem Kopf einsetzte, konnte sich auch die Isaria Maschinenfabrik Dingolfing dieser Entwicklung nicht verschließen und machte sich Gedanken über ein Aufsteigermodell für Rollerfahrer, die man ja schon seit Jahren mit einem erfolgreichen Produkt aus eigenem Hause versorgte.
1954 stellte man dann einen einfach konstruierten Kleinwagen, zunächst noch mit Fronteinstieg, vor, dessen Produktion Ende des Jahres anlief. Die ersten gut tausend Exemplare rollten noch mit geschraubten Kotflügeln von den Bändern.
Schon im ersten Jahr wurden 9.000 Fahrzeuge produziert, und dann ging's erst richtig los: ab 1956 lief die Produktion auf Hochtouren und 1957 erfolgten viele Verbesserungen, u. a. wichen die Schiebefenster „richtigen" Kurbelferstern, die wesentlich mehr Luft ins Auto ließen.