Die B-Säule

Der Bereich der B- Säule wird bei der Restaurierung oft etwas unterschätzt. Meist hat die Stelle keine Blasen, was auf ein durchgerostetes Blech hinweist. Wie man aber bei den Fotos sieht, kommt hinter dem Deckblech ein nicht zu unterschätzender Rostherd auf.

Allerdings gibt es hier keine nachgefertigten Bleche! für den gesamte Bereich hinter der B-Säule. Also wurden Papierschablone angefertigt, aus der Blechtafel großzügig ausgeschnitten, gebogen, bzw. in die geforderte Form gebracht und dann eingepasst.

So sieht es im B-Säulen-Bereich aus   

Hier ist die B-Säule bereits saniert    Das nachgefertigte Stufenblech muss verlängert werden

Das Seitenteil hinten

Nachdem wir die B- Säule saniert hatten, kam das hintere Seitenteil dran. Eine typische Schwachstelle ist der Radlauf, wo Innenkotflügel und Aussenkotflügel zusammengeschweisst sind. Dort bleibt gern einmal Wasser stehen und schnell bildet sich Rost. Es gibt kaum einen GT, der nicht von  dem Problem befallen ist.

Da wir neuen Innenkotflügel, sowie Seitenteile bekommen hatten, wurde zuerst das komplette Seitenteil herausgetrennt.

      Angerostetet Innenkotflügel    Hier ist auch der Innenkotflügel herausgetrennt

      Neuer Innen- und Aussenkotflügel    Der Kotflügel geht von der B-Säule bis zum Heckabschlussblech

      Punktschweissung der Bleche    Die linke Seite ist fertig

 

Die Vorderkotflügel

Zum Schluss werden die Vorderkotflügel wieder angeschweisst.

Heute gibt es im GLAS Automobilclub neu nachgefertigte komplette Kotflügel zu kaufen, die ziemlich passgenau sind. Das Problem war aber schon damals vor über 50 Jahren, dass jedes Fahrzeug schon in der Produktion fast ein Einzelstück war und jeder Wagen war individuell gefertigt. Dadurch kam es schon immer zu Qualitätsproblemen und die Spaltmasse kann man nicht mit der heutigen Qualität vergleichen. Bei den neuen Kotflügeln gibt es schon Überstände und man kann sie individuell anpassen. Dazu gehört Erfahrung, um diese Arbeiten durchzuführen.

Falls der Kotflügel nicht ganz verrostet ist, kann man auch das angebotene A- Säulen Blech, oder auch Teilstücke des Kotflügels, die im Club auf Nachfrage angeboten werden, verwenden, wie auf dem Foto zu sehen ist. Diesen Teil des Kotflügels sollte man als Minimum herausschneiden, da dahinter der A- Säulenbereich sich befindet.

Wir haben die rostigen Teile herausgeschnitten und durch neue, selbst hergestellte Bleche ersetzt. Die kritischen Stellen kann man auf den Fotos sehr gut erkennen.

 

 

 

     Linker Kotflügel mit angefertigtem Blech    Rechte Kotflügel bereits geschliffen mit angefertigten Teilen

       Dieses Reparaturblech ist erhältlich

                                                       Der Mittelsteg ist meist verrostet

   Abdichten Innenkotflügel vorn   Abdichten des Bodens

     Fertig lackiert!

     

Anfang Februar 2012 wurde dann der Wagen im halbfertigen Zustand auf dem Stand der Fa. Bornemann Fahrzeugtechnik auf der Messe in Bremen ausgestellt und viele Clubmitglieder bestaunten den bis dahin gemachten Fortschritt der Arbeiten.
Zum Beispiel konnte man sehen, wie bei Überlappung von Blechen in vorher gestanzte Löcher punktgeschweißt wurde und bei stumpf aneinander stoßenden Blechen wurde Punkt für Punkt geschweißt und zwar immer weit voneinander entfernt, um die Hitzeentwicklung und den Verzug der Partien möglichst klein zu halten. Anschließend wurde der Nahtbereich verzinnt.
Auf allen Bereichen, die dicken Spachtelauftrag zeigten, wurde der Spachtel entfernt und die Flächen wurden fein säuberlich ausgebeult z.B. an den vorderen Kotflügeln und an der Motorhaube. Diese Arbeit wurde in der Werkstatt bestaunt, denn das würde niemand machen, weil es zu teuer, und eben nicht so zeitaufwändig ist, es wird einfach gespachtelt und fertig.
Dann endlich war auch die rechte Seite und der vordere Abschluss unter dem Kühlergrill erneuert und der Wagen kam zur Lackiererei, wo nur wenig neuer Spachtel aufgetragen werden musste, dank meinen sorgfältigen Vorarbeit.
Der Wiedereinbau aller Teile ging dann relativ schnell, es wurde dann noch fast der gesamte Kabelbaum erneuert und pünktlich zum Pfingsttreffen in der Schweiz war der Wagen fertig und eigentlich sieht man gar keinen großen Unterschied zu vorher. Außer bei dem Gutachten, dass ich im Herbst habe anfertigen lassen, welches jetzt einen fast doppelt so hohen Wiederbeschaffungswert aufweist als vorher.
Bisher war ich außer in der Schweiz noch zu den historischen 24 Std in Le Mans und freue mich, dass das Auto wieder ok ist.
Ich weiß nicht, ob ich mir das angetan hätte, wenn ich vorher gewusst hätte, was da alles auf mich zukommt. Aber jetzt bin ich doch froh, dass ich mich dazu durchgerungen habe.

Joachim Bomba  mit Erganzungen von Uwe Gusen

 

Der Bericht wird noch ergänzt und weiter fortgesetzt